URAG Industries Bremen
 
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Willkommen bei der URAG

Die Geschichte der URAG - Industries ist als ehemaliger Werkstattbetrieb eng mit der der Unterweser Reederei verbunden. 1890 wurde das Unternehmen unter dem Namen. "Schleppschifffahrtsgesellschaft Unterweser" (SGUW) von Bremer Kaufleuten als Namensvorgängerin der Unterweser Reederei GmbH, der URAG gegründet.

Sechs Jahre später 1896 begann man mit dem Aufbau einer Werkstatt mit Lager und legte damit den Grundstein für die heutige URAG - Industries.

Von der „Alten Bude“ am Woltershauser Canal zu URAG - Industries in Mittelshuchting

1896 wurde am Woltmershauser Canal (heute der Hohentorshafen) eine Werkstatt mit einem Lagerschuppen - die “Alte Bude“ genannt, eingerichtet. Sie bestand aus einem Gebäude mit der Zimmerei, einer Schmiede,Schlosserei und Dreherei sowie dem Lagerschuppen. Der Investitionsaufwand betrug knapp 3000 Mark – 865 Mark für die Werkstatt, 220 Mark für das Lager und 1790 Mark für den Maschinenpark.

Die Belegschaft bestand zunächst aus sieben Handwerkern: zwei Zimmerleuten , einem Tischler, einem Schlosser, einem Dreher sowie zwei Kesselschmieden. Einer davon war außerdem Taucher; Chef war der Obermaschinist Heitmann. Die Werkstatt diente ausschließlich zur Instandhaltung, Reparatur und Versorgung der Flotte, die damals aus acht Dampfschleppern bestand. Aus diesen bescheidenen Anfängen wuchs sie im Laufe der Jahrzehnte zu einem recht Leistungsfähigen Reparatur- und Versorgungsbetrieb für die immer größer werdende Schlepperflotte sowie – teilweise - auch für die Frachtschiffe.

 

Im zweiten Weltkrieg - 1944, brannte erst das Lager ab; 1945 fielen die übrigen Gebäude in Schutt und Asche. Die noch in Bremen eingesetzten neun Schlepper verließen ganz zum Schluss die Häfen und suchten Schutz an sicheren Plätzen an der Unterweser.

Schon kurz nach Kriegsende Ende 1945 bestand die Belegschaft wieder aus 14 Handwerkern. Anstelle von Werkstätten gab es allerdings nur noch Trümmer. Der Wiederaufbau vollzog sich im Selbsteinsatz: Stein auf Stein bauten die Betriebsangehörigen die Werkstätten wieder auf. Das Material dafür wurde zum Teil illegal auf dem Tauschwege beschafft.

Im April 1951 wurde der Werkstattbetrieb als selbstständige GmbH bei der Handelskammer Bremen ins Handelsregister eingetragen. Der offizielle Name lautete nun: Unterweser Reederei Werkstattbetrieb GmbH.

 

Die ersten produktiven Arbeiten bestanden aus der Instandsetzung und Reparatur der alten, zum Teil stark beschädigten, Dampfschlepper sowie aus der Überholung und Montage von U-Bootmotoren, die aus Trümmern bei der AG Weser geborgen wurden. Diese Motoren wurden 1951 in die ersten Frachtschiffe der URAG nach dem Kriege eingebaut. Auch auf dem ersten Bergungs- und Seeschlepper, der „BREMEN“, wurde 1952 auf der Bauwerft einer dieser MAN-Motoren als Hauptmaschine eingebaut. 1968 bestand die Belegschaft aus 43 Handwerkern.

Durch die ungünstige Lage des Betriebes am alten Platz – zwischen der Werkstatt und dem Liegeplatz der Schlepper an der Böschung des Hafens befanden sich Bahngleise sowie eine stark befahrene Strasse – stiegen die Reparaturkosten durch erschwerte und unnötige Materialtransporte innerhalb des Betriebes und zu den Schiffen stark an. Außerdem bestand der Anleger für die Schlepper im Hafenbecken aus sehr schlecht zugängigen und unsicheren alten Pontons.

 

Dies führte auf Betreiben des damaligen Betriebsleiters Reinald Ihler zur Untersuchung der Rentabilität des Betriebes mit dem Ergebnis, dass 1969 an der Ladestrasse direkt am Hohentorshafen ein neues größeres Gelände beschafft wurde. Hier entstand jetzt ein modernes Reparatur- und Wartungszentrum für die inzwischen auf über 30 Einheiten gewachsene Flotte der See- und Hafenschlepper.

Parallel dazu errichtete das Bremische Hafenamt auf Betreiben der URAG vor dem Betriebsgelände eine neue, moderne Pieranlage mit über 120 m Länge für drei Anlegepontons. Dort konnten drei bis vier Schiffe gleichzeitig festmachen.

 

Ladestraße Im Juli 1970 war die Einweihung des neuen Betriebes. Bereits neun Jahre später waren die Arbeitsflächen in der Werkstatt und dem Ausrüstungslager – inzwischen war die Schiffsflotte noch um weitere Schlepper und vier Bohrinselversorger erweitert worden – schon wieder zu klein; es musste nochmals angebaut werden.

Mit der Inbetriebnahme des neuen Betriebes zeigte sich rasch, dass sich die Kapazität gut ausweiten ließ. So bot es sich an, auch für Fremdfirmen tätig zu werden. Der Erfolg stellte sich rasch ein: bald lagen an der Reparaturpier neben URAG-Schleppern immer häufiger Binnen- und Tankschiffe,Lloyd-Schlepper und sonstige Wasserfahrzeuge zur Reparatur und Instandsetzung. Auch wurden jetzt oftmals sog. Reisereparaturen auf Frachtschiffen in den Häfen Bremens und Bremerhavens durchgeführt.

 

Mitte der siebziger Jahre ergab sich eine völlig neue Entwicklung: das Voith-Werk im Bremer Industriehafen wurde geschlossen. Ladestraße innenDa sowohl die URAG als auch die Reederei Hapag-Lloyd (später T&S, Bremerhaven) immer mehr Voith-Schneider-Trecker als Neubauten in Dienst stellten,bot es sich an, den Service für die VS-Propellerantriebe zu übernehmen – zumal erfahrene Monteure der Werkstatt schon lange Reparaturen und Überholungen der Propelleranlagen auf den eigenen Schiffenerfolgreich durchführten. Mit der Firma J. M. Voith in Heidenheim wurde nun ein Kooperationsvertrag abgeschlossen, der dem Werkstattbetrieb den Status eines von Voith autorisierten Servicebetriebes verlieh. Dieser Vertrag beschränkte sich zunächst natürlich auf die Reparatur und Instandsetzung von Voith-Schneider-Propellern sowie auf den Einbau und die Inbetriebnahme von neuen Anlagen in Schiffsneubauten.

Da in Heidenheim nicht nur Antriebsanlagen für Schiffe hergestellt werden, sondern – in weitaus größerem Maße – Maschinen für die papierverarbeitendeIndustrie, konnte die Zusammenarbeit mit Voith bald auch auf diesem Gebiet ausgedehnt werden. Nur wenig später schon wurden die Arbeiten daher mit Überholungen und Reparaturen von Papiermaschinen und Stofftechnik-Anlagen von Voith und später auch anderer Hersteller sowie mit der Fertigung von Aggregaten und Anbauteilen (zum Beispiel Reglern)für Papiermaschinen erweitert.

 

Gleichzeitig ergab sich auch für die Schiffsreparatur am Werkstattbetrieb eine neue Situation: Konnten bis dahin fast alle Schlepper ohne große Probleme den Hohentorshafen bei Bedarf anlaufen, war dies nach der Indienststellung der neuen Schleppergeneration mit hohen Zugleistungen und damit verbundenen großen Tiefgängen nicht mehr möglich. Außerdem arbeitet der überwiegende Teil der Schlepper inzwischen ausschließlich in Bremerhaven beziehungsweise im See-Einsatz. Sie fielen als „Kunden“ also weitgehend aus. Dies führte dazu, dass der Werkstattbetrieb sich zunehmend auf die Papiermaschinen-Industrie konzentrieren musste. Da damit auch die Anbindung des Betriebes an den Hafen und die Pieranlagen nicht mehr erforderlich war, und darüber hinaus auch der Platz in den Hallen wegen der immer größeren Werkzeugmaschinen zu eng wurde, entschloss sich die Firmenleitung 2006 zur Verlegung des Betriebes nach Bremen-Huchting. Hier konnten Hallen von mehr als 2000 m² als neue Produktionsräume übernommen werden.

Gleichzeitig wurde auch der Name des Unternehmens modifiziert.

Er lautet heute URAG – Industries GmbH&Co.KG